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Brötchen

Brotbacken #1 – Fortschritte

Vor einem knappen Jahr habe ich mich ans Brotbacken gewagt und nun möchte ich ein paar Fortschritte zeigen, die ich bereits erreicht habe. Ich habe viele Brote gebacken, manche öfters als andere, manche nur einmal und dann nie wieder. Beim Anschauen meiner Brotbilder konnte ich ein paar Backversuche finden, bei denen eine deutliche Verbesserung zu sehen ist. Diese sollen Mut machen, es immer wieder zu versuchen, bis man zufrieden ist mit dem Ergebnis.

Oft sind bei Rezepten immer tolle Bilder dabei, die ich in den seltensten Fällen mit meinem Ergebnissen auch nur annähernd erreichen konnte. Trotzdem habe ich mir immer notiert, wie ich bestimmte Sachen gemacht habe und was das Ergebnis war. So konnte ich das Rezept an meine Arbeitsweise anpassen und immer bessere Brote backen.

Neben Brote habe ich auch immer wieder Brötchen gebacken. Mein erster Versuch sah dann folgendermaßen aus:
Brötchen

Die Brötchen wurden dann von Mal zu Mal schöner und gleichmäßiger. Das Bild ganz am Anfang des Beitrages zeigt dann schon eine Variante von Brötchen, mit der ich zufrieden bin. Auch etwas rundere Brötchen habe ich mit diesem Teig gemacht, die sich super als Bürgerbrötchen gemacht haben:
Burgerbrötchen

Weiter gehts mit dem Weizenmischbrot. Das hab ich echt gern, da es einen Roggenanteil hat aber trotzdem etwas leichter durch den Weizen wird. Außerdem ist die Kruste richtig lecker knusprig. Das erste Mal wurde gut, aber auch hier sieht man deutlich den Fortschritt im Ergebnis.
Weizenmischbrot
Und das Ergebnis nach ein paar Monaten, mit dem ich sehr zufrieden bin:
Weizenmischbrot

Das allererste Brot war ein Körnerbrot. Ich mag es immer noch total gern und backe es oft. Es ist kein Sauerteig enthalten sondern nur Hefe, dafür aber viele leckere Körner und Ölsaaten. Dieses Rezept konnte ich lange perfektionieren und viel ausprobieren. So ist aus diesem Brot…
Körnerbrot

ein schönes Körnerbrot geworden:
Körnerbrot

Am Ende möchte ich noch mein absolutes Lieblingsgebäck vorstellen: Brezeln! Ich liebe Brezeln, das gehört in jede Kindheit und es gibt kaum was besseres vom Bäcker als eine knusprige, frische Brezel. Ist ja dann irgendwie auch selbstverständlich, wenn ich mich auch an diesem Teig versuche:
Brezeln

Ich war unheimlich stolz auf meine ersten Brezeln, da ich immer gedacht habe, dass man das nicht gut daheim backen kann. Aber das stimmt nicht! Ein bisschen Übung ist schon erforderlich gewesen, aber selbst das richtige Schwingen in Brezelform habe ich dann bald schon problemlos hinbekommen!

Brezeln

Ich übe weiter und weiter, dokumentiere die Ergebnisse und versuche mich zu verbessern. Der Erfolg bleibt meistens nicht aus das motiviert mich weiter. Wenn ich mir etwas nicht erklären kann oder mich etwas interessiert, les ich das in Büchern nach und versuche es beim nächsten Mal anzuwenden.

Ich hoffe ich konnte dich motivieren, auch mal ein etwas komplizierteres Rezept anzugehen. Dann dauert es eben ein paar Mal bis es so wird wie erhofft, aber geschmacklich sind auch schon die ersten Ergebnisse super.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Backen!

Lena

Brot

Brotgedanke #1 – Wie alles begann…

Früher dachte ich, Brot ist langweilig. Es hat mir immer gut geschmeckt, aber über mehr habe ich mir nie Gedanken gemacht. In meiner Heimat, dem Schwabenländle, war es immer selbstverständlich, abends zum Vesper ein leckeres Holzofenbrot oder Bauernbrot vom Dorfbäcker zu essen. Am Wochenende gab es frische Brötchen und das Vesper für die Schule bestand natürlich auch hauptsächlich aus diesem Brot. Ich habe mir nie wirklich Gedanken über die Qualität, Herstellung und über das Handwerk gemacht. Es war einfach selbstverständlich, dieses Brot.

Als ich mit backen angefangen habe, so 10. Klasse dürfte das gewesen sein, haben mich Torten, Kuchen und Muffins viel mehr interessiert als ein “einfaches” Brot. Ich habe meine Blog erstellt, hauptsächlich süße Rezepte entwickelt und meine Begeisterung für filigrane und kreative Arbeiten entwickelt.

Bis ich meinen jetzigen Freund kennengelernt habe. Da mich Backen seit der ersten Stunde begeistert hat, meinte meine Mutter im Scherz immer, dass ich mir einen Bäckerssohn suchen soll, dann könnte ich mein Hobby zum Beruf machen (dafür wäre natürlich der Bäckerssohn nicht zwingend notwendig gewesen, aber so sagte Sie es eben…).
Gesagt, getan. Ich traf tatsächlich eine Bäckerssohn, der jedoch studierte. Das Schicksal hatte da offensichtlich seine Hände im Spiel. Vielen Dank liebes Schicksal.

Ich begann mir etwas mehr Gedanken über das Bäckerhandwerk zu machen. Ich wollte neben den Torten sowieso mal was neues ausprobieren, wieso also nicht Brot? Nach kleinen Recherchen im Internet konnte ich ansatzweise die Komplexität hinter dem Brotbacken verstehen, war aber natürlich komplett überfordert und habe erstmal “nur” darüber gelesen.

Bis ich mit meiner Mutter in einem Buchladen war. Dort entdeckte ich das “Brotbackbuch Nr.1” von Lutz Geissler. Schon beim Durchblättern habe ich gemerkt, dass diese Rezepte anders sind als die herkömmlichen Internetrezepte. Man braucht sehr viel Zeit, verwendet richtigen Sauerteig und handhabt mit Vorteigen und Brühstücken. Genau das habe ich gesucht! Wenn ich schon was neues versuche, dann will ich es auch richtig machen. Zusätzlich zu den vielen tollen Rezepten gibt es einen ausführlichen Theorie-Teil, der für wissbegierige Brot-Einsteiger einfach perfekt ist, um das Brotbacken ansatzweise zu verstehen.

Ich bekam das Buch als Geschenk für meine Bachelorarbeit von meinen Eltern und das Brotbacken hat gestartet…

Parallel zu meine ersten Backversuchen, die mit der Zeit immer besser wurden, bekam ich immer mehr Einblicke in das Bäckerhandwerk. Ich lernte, wie in einer Backstube gearbeitet wird, wieviel Handarbeit dahinter steckt und was der Bäcker körperlich alles mitmachen muss.

Ich begann, Brot und Brötchen zu genießen. Verweigerte jedes Produkt aus Industriebäckereien und von SB-Bäckern. Möchte ich nicht wissen, was ich da täglich zu mir nehme? Ist Brot wirklich ein Wegwerfprodukt geworden, welches ich am nächsten Tag einfach wegwerfe, da es zum einen trocken ist und sowieso billig war? Was ist in einem Brot enthalten, welches in Plastik abgepackt, fertig geschnitten und 3 Wochen haltbar ist ohne zu schimmeln?
Aktuell habe ich nur Einblicke in die Backstube des Vaters meines Freundes und mir ist bewusst, dass sicherlich viele kleine Handwerksbäcker auf Industrieprodukte zurückgreifen, um der Erwartung der Kunden, was Vielfalt angeht, gerecht zu werden. Bei ihm ist das nicht der Fall. Er hat noch echten Sauerteig für sein Brot, setzt auf regionale Produkte und verzichtet auf Zusatzstoffe.

Ich wollte genau solche Brote backen: mit eigenem Sauerteig, hochwertigem Mehl aus lokalen Mühlen und viel Zeit. Zeit zum kneten, Zeit zum ruhen und Zeit das Brot zu essen, da es lange frisch bleibt.

Und so hat es begonnen. Und so wird es hoffentlich weitergehen. Ich bin immer noch fleißig am Brotbacken, bekomme langsam ein Gefühl für den Teig und habe schon viele für die Ergebnisse meiner Brotversuche begeistern können. Mein Bestand an Gärkörbchen, Teigschabern und Mehlsorten wächst stetig und nebenbei versuche ich auch die theoretischen Grundlagen des Brotbackens zu erlernen. Sogar eine neue Knetmaschine habe ich mir gekauft!

Ich möchte versuchen, hier in dieser Kategorie meine Brotbackversuche festzuhalten. Einerseits mit eigenen Rezepten, andererseits mit Gedanken, Erfahrungen und Empfehlungen rund um die Themen Brot.

Ich hoffe natürlich, dass ich meine Leser für das gute Handwerksbrot vom Bäcker begeistern kann. So kann die harte Arbeit des Bäckers gewürdigt werden und die Betriebe können weiter bestehen. Das ist wirklich ein Herzensanliegen von mir, welches ich verbreiten möchte.